Veröffentlicht in Geschichten, Reisen, Unterwegs, USA

Flieg mit mir!

Ich möchte euch heute eine Geschichte vom Fliegen erzählen, oder noch besser gesagt, mit euch fliegen gehen. Mit euch gemeinsam das Gefühl erleben, wie es ist, zu fliegen.

Die Maschinen sind beim betreten des Flugzeugs schon gestartet. Es ist ein kleines Flugzeug mit nur 70 Passagiersitzplätzen, einer Flugbegleiterin und den zwei Piloten.

Das Flugzeug ist so klein, dass der Rollfeldeinweiser nicht unter der Tragfläche durchgehen kann, er muss sich deutlich bücken und geht lieber außen rum. Er sieht, wie ich die Kamera an die Scheibe halte und ein Foto mache.

Das Flugzeug hat links nur ein Sitzplatz, auf der anderen Seite des Ganges sind noch zwei weitere Sitzplätze pro Reihe, die erste Reihe besteht nur aus einem Sitzplatz.
Hinter mir, in der letzten Reihe sitzt ein Vater mit seinen beiden kleinen Töchtern und sie erzählen, sprechen über das fliegen, er fragt, ob ihnen warm oder kalt ist, „Can I have the iPad please? I’m bored of waiting till we depart.“ Fragt eine der beiden, die andere plappert es sofort nach.
Wenige Minuten später verlassen wir das Gate, werden rückwärts hinausgeschoben und rollen langsam Richtung Rollfeld. Das Mädchen hinter mir, gibt das iPad zurück, sie hat jetzt interessanteres anzuschauen.
Zwischendurch heulen die Turbinen immer wieder auf und wir rollen teilweise ungewöhnlich schnell, dann verstummen sie fast, weil wir stehen und warten, dass die Flugzeuge vor uns starten. Es starten riesige Flugzeuge unter denen wir mit unserem fast hindurch fahren könnten. Unter den Tragflächen hat unser ganzes Flugzeug platz.

Vor uns fahren aus mehreren Richtungen  Löschzüge heran und verschwinden zwischen den Gates

Der Pilot begrüßt uns und stellt uns unsere Flugbegleiterin vor, sie ist die Frau für alle Fragen und den Komfort, aber es soll beachtet werden, dass sie vor allem für die Sicherheit der Passagiere zuständig ist und ihren Anweisungen folge geleistet wird. Ich fühle mich gut aufgehoben durch diesen achtvollen Umgang miteinander und der genauen Aufgabenverteilung im Team.

Wir sind dran.
Wir rollen auf die Startbahn und der Pilot lässt die Triebwerke hochfahren. Wir sind schnell in der Luft, der Druckausgleich in den Ohren ist schwer zu bewerkstelligen, obwohl schon vor dem Start auf dem Rollfeld der Kabinendruck verändert wurde, damit es nicht so extrem wird. Ich trinke viel Wasser, die Bewegung beim schlucken vereinfachen mir den Druckausgleich.

Wir sind schnell in der tiefhängenden Regenwolkendecke verschwunden, ein grauer dichter Nebel, der fast kein Ende nehmen will. Dann wird es immer heller, immer noch in den Wolken, wird das ganze Flugzeug von einem gleißend weißen Licht erfüllt, ein warmes weißes Licht.
Nach und nach stoßen wir durch die Wolkendecke hindurch und fliegen einen kurzen Moment zwischen der Regenwolke und den feinen Wolken, die als eine dünne Schicht ein paar Meter darüber schweben.

Nun sind wir über allen Wolken angekommen und ich kann sie in Ruhe von oben betrachten. Von oben sieht die dicke Regenwolke an den meisten Stellen aus, wie die unendlich vielen Baumkronen eines Waldes. Neben dem Wald verläuft ein ausgetrocknetes Flussbett durch die Wolkenschicht und auf der anderen Seite vom Fluss ist eine Wüstenlandschaft, ganz glatt und karg.
Die ganze Szenerie wird abgeschirmt durch ein Sonnensegel aus einer dünnen Wolkenschicht. Leider lichtet sich die Wolkenlandschaft allmählich und man kann die Landschaft erkennen.

Die gesamte Landschaft ist in riesige Rechtecke eingeteilt, wenn es mal nicht sogar perfekte Quadrate sind. Soetwas habe ich noch nie gesehen, es ist mir gleich ins Auge gefallen, als sich die Wolkendecke immer weiter lichtete. Die Straßen sind wie ein Karopapier angeordnet und auf den Flächen dazwischen führt immer eine Stichstraße zu einem kleineren oder größeren Punkt, den Häusern. Die Grundstücke sind riesig, mindestens 4 Fußballfelder groß, auf einigen sind Wälder zu erkennen, durch andere läuft ein Fluss, in dem sich das goldene Licht der Sonne spiegelt. Alle paar Meilen sind engere Häuseransammlungen auszumachen, Towns. Die Hauser sind von hier oben nur Nadelspitzengroß zu erkennen.

Ich fühle mich leicht und frei und freue mich, dass ich aus der Vogelperspektive beobachten darf. Das Wort Überblick wird gerade seiner Bedeutung gerecht.

Der Flug ist ruhig und alle 15 Minuten kommt die Flugbegleiterin, um sich zu erkundigen, ob wir etwas brauchen, Müll haben und uns wohlfühlen.

Ich fühle mich sehr wohl! Deswegen wollte ich euch teilhaben lassen. Leider kann ich diese Geschichte erst am Boden veröffentlichen, obwohl es mich gerade riesig interessiert, ob ihr mit mir fliegt? Zumindest gedanklich!

Eure Julia

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Ein Kommentar zu „Flieg mit mir!

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